
Die Shenanigan Brothers aus Neuseeland begeisterten das Publikum
SOLNHOFEN - Spontankunst in Vollendung war bei der „Kiwi Comedy Show" in der „Alten Schule" in Solnhofen zu erleben.
(MANFRED FRITSCHE, Weißenburger Tagblatt)
Mimik, Gestik, Pantomime und Sprechnummern abwechselnd, teils vom Publikum als Aufgabe vorgegeben, teils aus eigenem Einfallsreichtum, riss die Besucher in der Alten Schule zu wahren Begeisterungsstürmen und Szenenapplaus hin. Grundkenntnisse der englischen Sprache waren allerdings Voraussetzung, um alle gespielten und gesprochenen Witze in ihrer ganzen Tiefe zu erfassen.
John Hudson aus Neuseeland sowie Marko Mustac, ein Australier griechischer Abstammung kamen mit ihrem Programm bei jedem an, zumal die Gewichtung der beiden Künstler auf Darstellung und Aktion auf der Bühne lag. Beide haben auf der gleichen Schauspielschule gelernt, sind bereits seit 15 Jahren mit Improvisationstheater unterwegs, niemals allein, aber auch oft mit anderen Partnern, um nach eigenen Aussagen nicht in einen gleichmäßigen Rhythmus zu verfallen, um selbst die Spontanität weiter zu trainieren. Bei ihrer Tournee durch Deutschland, die Schweiz und Österreich war nun auch Solnhofen eine Station.
Aus ihrer Comedy-Show: Sie blättern in den „Gelben Seiten" so lange bis jemand aus dem Publikum „Halt" ruft. Der so gefundene Begriff, beispielsweise „Zahnarzt", wird in die englische Sprache übersetzt. Und unmittelbar beginnt ein Rollenspiel auf der Bühne, in dem ein Patient mit viel Gestik die Behandlung seines Zahnschmerzes mit Kompressor sowie Hammer und Meißel erlebt. Der „Kammerjäger" beseitigt eine Kakerlake und bei einer Metallgießerei verbrennen sich beide den Mund mit heißem Metall.
Beim „Kupferschmied" (Copper-smith) muss das Publikum wirklich mitdenken, denn auf der Bühne wird ein Einbruch dargestellt, die Alarmanlage läuft und ein Polizist erscheint. Die Auflösung des Rätsels geschieht in der Vorstellung des Polizisten: „I am a copper, my name is Smith." Die Zuschauer begeisterte, dass sie von den beiden Akteuren auf der Bühne ständig mit in die Szenen eingebunden wurden. Auch die Zugabe - eine Szene, in der Marko und John als Puppen von zwei Gästen geführt werden - bringt alle, selbst die Akteure, zu wahren Lachstürmen.
Kurzum: Der Versuch, ausländische Künstler aus der „Slapstick- und Comedy-Arena" in die „Alte Schule" zu bringen, gelang zur Freude aller - nur: Die Künstler hätten sich gleich zu Beginn mehr Aktivität aus dem Publikum gewünscht und der Veranstalter hätte gerne noch rund 30 Personen mehr im Klassenzimmer der „Alten Schule" gesehen.


